FAQ – Technische Fragen
Was sind 1D- und 2D-Codes?
1D- und 2D-Codes sind maschinenlesbare Kennzeichnungen, da Informationen schnell erfasst und digital weiterverarbeitet werden können. Man begegnet ihnen täglich im Alltag, zum Beispiel auf Produktverpackungen, Versandetiketten oder Eintrittskarten. Der Unterschied liegt vor allem darin, wie die Informationen gespeichert werden.
1D-Code:
Ein 1D-Code ist der klassische Strichcode, wie man ihn aus dem Supermarkt kennt. Er besteht aus unterschiedlich breiten schwarzen Linien und weißen Zwischenräumen, sodass Zahlen oder kurze Informationen codiert werden können. Ein Scanner liest diese Linien von links nach rechts, damit Daten schnell erfasst werden. 1D-Codes sind einfach aufgebaut und kostengünstig, deshalb eignen sie sich gut für Artikelnummern oder kurze Identifikationscodes. Allerdings ist ihre Speicherkapazität begrenzt.
2D-Code:
Ein 2D-Code speichert Informationen nicht nur in einer Richtung, sondern in einer Fläche. Statt Linien nutzt er Punkte oder kleine Quadrate, die in einem Muster angeordnet sind, sodass deutlich mehr Daten gespeichert werden können. Bekannte Beispiele sind QR-Codes oder Data-Matrix-Codes. Durch diese Struktur lassen sich Seriennummern, Produktionsdaten oder Internetadressen codieren, zudem bleiben Codes lesbar, selbst wenn ein Teil beschädigt ist.
Während 1D-Codes häufig für einfache Identifikation und Logistikprozesse verwendet werden, kommen 2D-Codes überall dort zum Einsatz, wo umfangreiche Informationen und Rückverfolgbarkeit erforderlich sind. Sie unterstützen digitale Prozesse, weil Daten direkt erfasst und weiterverarbeitet werden können.
Kurz gesagt: 1D-Codes speichern Informationen in Linien und eignen sich für einfache Kennzeichnungen, während 2D-Codes Daten flächig speichern und deutlich mehr Informationen auf kleinem Raum bereitstellen.
Was ist ein Data-Matrix-Code (DMC)?
Ein Data-Matrix-Code ist eine kompakte, quadratische Variante eines Barcodes, da er sehr viele Informationen auf kleinstem Raum speichern kann. Man kann ihn sich wie ein kleines Pixelbild vorstellen: Er besteht aus schwarzen und weißen Punkten, die in einem Quadrat angeordnet sind, sodass ein Scanner oder eine Kamera das Muster erfassen kann. Die erfassten Daten werden anschließend übersetzt, damit Seriennummern, Produktionsinformationen oder Weblinks direkt verfügbar sind.
Typisch für den Data-Matrix-Code sind zwei durchgehende Linien an den Rändern in L-Form, denn sie helfen dem Lesegerät bei der schnellen Ausgerichtung. Dadurch kann der Code zuverlässig gelesen werden, selbst wenn er schräg steht oder sehr klein ist. Die übrigen Punkte im Inneren enthalten die eigentlichen Informationen, während die Randstruktur die Orientierung erleichtert. Trotz seiner geringen Größe kann der Code viele Zeichen speichern.
Ein großer Vorteil ist seine Zuverlässigkeit, da der Code oft noch gelesen werden kann, wenn ein Teil beschädigt oder verschmutzt ist. Außerdem lässt er sich direkt auf Bauteile markieren, etwa durch Laser, Nadelprägen oder Inkjet, sodass eine dauerhafte Kennzeichnung möglich ist. Dadurch eignet er sich ideal für die Rückverfolgbarkeit in Industrie, Medizintechnik oder Automotive-Anwendungen, weil Bauteile eindeutig identifiziert werden können.
Kurz gesagt: Ein Data-Matrix-Code ist ein kleines Quadrat aus Punkten, das viele Informationen speichert und schnell gelesen werden kann, während es robust, platzsparend und ideal für moderne Rückverfolgbarkeitssysteme bleibt.
Wie viel Prägedruck benötige ich?
Der Prägedruck kann berechnet werden, sodass Sie die passende Auslegung schnell bestimmen können. Nachstehend finden Sie eine Formel zur Berechnung des erforderlichen Drucks, denn entscheidend ist, wie viele Stellen in welcher Schrifthöhe und in welchem Material geprägt werden sollen. Daher hängt der benötigte Druck direkt von Umfang, Größe und Werkstoff ab.
Für die Berechnung benötigen Sie die Anzahl der Prägestellen sowie die Schrifthöhe bzw. den zugehörigen Faktor (siehe unten), damit die Zeichenhöhe korrekt berücksichtigt wird. Außerdem brauchen Sie die Festigkeit pro mm² des zu prägenden Materials, weil sie den nötigen Druck maßgeblich beeinflusst.
In der Formel ist ein gewisser Sicherheitszuschlag enthalten, da die Pressen nie am oberen Limit arbeiten sollten. Sie verschleißen dann schneller.
Prägekraftberechnung:
Um die richtige Presse oder Stanze auszuwählen, ist es wichtig, die benötigte Prägekraft auszurechnen. Dies ist mit folgender Formel möglich:
D = F x Z x ST
D = Prägekraft in N
F = Faktor (siehe Tabelle)
Z = Zugfestigkeit in N/mm2 des zu prägenden Materials
ST = Anzahl der Stellen
| Schrifthöhe in mm | einzusetzender Faktor |
| 1 | 3,4 |
| 1,5 | 5 |
| 2 | 7 |
| 3 | 10 |
| 4 | 14 |
| 5 | 17 |
| 6 | 20 |
| 7 | 23 |
| 8 | 27 |
| 10 | 32 |
| 12 | 40 |
Beispiel:
Prägung von 6 Stellen in 5 mm Schrifthöhe in S 355 J0 (1.0553)
D = 17 x 500 x 6 = 51000 N = 51 kN
Die Presse sollte also eine Kraft von mindestens 51 kN haben, um diese Prägung in guter Qualität zu realisieren.
Welche Gravurarten gibt es?
Grundsätzlich kann jede Schriftart graviert werden, jedoch wurde aus Gründen der besseren Lesbarkeit die Schrift DIN 1451 entwickelt. Sie wird von rund 90 % unserer Kunden verwendet, da sie klar erkennbar und normgerecht ist.
In den meisten Fällen wird die Gravur scharf ausgeführt, das heißt, die einzeilige Gravur läuft spitz zu. Dabei wird der geringste Prägedruck benötigt, sodass sich diese Ausführung besonders wirtschaftlich einsetzen lässt. Es ist jedoch auch möglich, die Gravur zweilinienig auszuführen; man spricht dann von einer Doppelkontur. Wenn der Kerbwirkung entgegengewirkt werden soll, kann die Gravur abgerundet oder punktiert ausgeführt werden, damit das Bauteil nicht unnötig geschwächt wird.
Die Gravurart bestimmt Abdruckbild und Prägekraft, denn eine scharfe Gravur benötigt weniger Kraft als eine flächige Ausführung. Wird eine Low-Stress-Ausführung benötigt, verwendet man eine punktierte Gravur, weil dadurch Spannungen im Material reduziert werden.
Wenn Sie unsicher sind, welche Ausführung für Ihren Anwendungsfall geeignet ist, sprechen Sie uns gerne an, damit wir gemeinsam die passende Lösung finden.
Die Schrifthöhe (SH) wird immer am höchsten äußeren Punkt der Gravur gemessen. Am einfachsten gelingt dies, wenn Sie den Stempel zunächst auf ein Stempelkissen mit Farbe drücken und anschließend auf ein Blatt Papier abrollen, das auf einer harten Unterlage liegt. Danach kann die genaue Schrifthöhe mit einem Messschieber bestimmt werden, sodass ein präzises Ergebnis vorliegt.
Welche Schriftart kann ich verwenden?
Grundsätzlich kann jede Schriftart graviert werden, jedoch wurde aus Gründen der besseren Lesbarkeit die Schrift DIN 1451 entwickelt. Sie wird von rund 90 % unserer Kunden eingesetzt, da sie klar erkennbar, normgerecht und vielseitig verwendbar ist.
DIN 1451 Ausführungen:
Abb. oben links: DIN 1451-2 eng
Abb. oben rechts: DIN 1451-3 engmittel
Abb. unten links: DIN 1451-4 mittel
Abb. unten rechts: DIN 1451-5 breit
Was ist der Unterschied zwischen Links- und Rechtsgravur?
Die Gravurausrichtung bestimmt, ob der Abdruck seitenrichtig oder seitenverkehrt lesbar ist, da sich die Leserichtung je nach Prägeverfahren unterscheidet. Dies ist besonders wichtig, wenn das Medium von der Rückseite geprägt wird, die Kennzeichnung jedoch von der Vorderseite gelesen werden soll, wie zum Beispiel bei Blisterverpackungen.
Auch bei Gravuren in Gussformen muss die Ausrichtung beachtet werden, denn die Markierung wird spiegelverkehrt in die Form eingebracht, sodass sie später auf dem Gussteil korrekt lesbar erscheint. Eine richtige Ausrichtung verhindert Fehlprägungen, damit Bauteile eindeutig gekennzeichnet und ohne Nacharbeit verwendet werden können.
Linksgravur = Abdruck lesbar
Rechtsgravur = Abdruck nicht lesbar
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