ISO 9001 zertifiziert | Qualität aus über 85 Jahren Erfahrung

ISO 9001 certified | Quality from over 80 years of experience

+49 212 / 33 99 – 0

EN 1090 und CE-Kennzeichnung im Stahl- und Metallbau

Dez. 1, 2025 | News

Im Stahl- und Metallbau ist die Kennzeichnung tragender Bauteile längst kein optionales Qualitätsmerkmal mehr. Bereits seit dem 2014 gilt: Wer tragende Stahl- oder Aluminiumbauteile in der EU in Verkehr bringt, kommt an der CE-Kennzeichnung nicht vorbei. Grundlage dafür ist die europäische Bauproduktenverordnung in Verbindung mit der harmonisierten Normenreihe DIN EN 1090. Ohne diesen Konformitätsnachweis dürfen entsprechende Bauteile weder verkauft noch eingebaut werden. Was zunächst nach reiner Bürokratie klingt, hat in der Praxis weitreichende Auswirkungen auf Prozesse, Haftung und Wettbewerbsfähigkeit.

 

Die DIN EN 1090 als Fundament der CE-Konformität

Die DIN EN 1090 bildet das technische und organisatorische Rückgrat für die CE-Kennzeichnung im Stahl- und Metallbau. Sie definiert nicht nur, welche Anforderungen an tragende Bauteile gestellt werden, sondern auch, wie Hersteller diese Anforderungen nachweisen müssen. Im Zentrum steht dabei die Konformitätsbewertung, die in EN 1090-1 geregelt ist. Ergänzt wird sie durch EN 1090-2 für Stahltragwerke und EN 1090-3 für Aluminiumtragwerke.

Entscheidend ist vor allem die werksinterne Produktionskontrolle, kurz WPK. Hersteller sind verpflichtet, ihre Fertigungsprozesse systematisch zu überwachen, zu dokumentieren und regelmäßig durch eine notifizierte Stelle prüfen zu lassen. Erst wenn diese Voraussetzungen erfüllt sind, darf die CE-Kennzeichnung angebracht werden. Damit wird klar: EN 1090 ist keine reine Produktnorm, sondern greift tief in Organisation, Fertigung und Qualitätsmanagement ein.

 

EN 1090 und CE-Kennzeichnung im Stahl- und Metallbau

Kennzeichnung und Rückverfolgbarkeit als rechtlicher Nachweis

Die CE-Kennzeichnung ist weit mehr als ein Symbol auf dem Bauteil. Sie bestätigt verbindlich, dass ein Produkt die grundlegenden Anforderungen an Sicherheit, Gebrauchstauglichkeit und Leistungsbeständigkeit erfüllt. Ein zentraler Baustein dafür ist die lückenlose Rückverfolgbarkeit über den gesamten Herstellungsprozess hinweg. Jedes Bauteil muss eindeutig identifizierbar sein, von der Materialcharge über die Schweißnaht bis hin zum eingesetzten Verfahren und dem qualifizierten Personal.

Diese Informationen sind kein Selbstzweck. Sie werden bei Audits, Projektabnahmen oder im Schadensfall zum entscheidenden Beweismittel. Kann ein Hersteller nicht nachvollziehbar darlegen, wann, wie und unter welchen Bedingungen ein Bauteil gefertigt wurde, steht schnell nicht nur die Konformität, sondern auch die Haftungsfrage im Raum.

 

Wenn Kennzeichnung fehlt, wird es teuer

Unternehmen, die die Anforderungen der EN 1090 nur unvollständig umsetzen, setzen sich erheblichen Risiken aus. Bauteile ohne gültige CE-Kennzeichnung gelten als nicht verkehrsfähig und können von Marktüberwachungsbehörden beanstandet oder aus dem Verkehr gezogen werden. Das führt nicht selten zu Bauverzögerungen, Nacharbeiten oder Rückrufaktionen.

Auch wirtschaftlich hat das Konsequenzen. In Ausschreibungen – insbesondere bei öffentlichen Auftraggebern – ist der EN-1090-Nachweis heute Standard. Wer ihn nicht erbringen kann, scheidet oft bereits in der Angebotsphase aus. Kommt es zu einem Schadenfall und die Dokumentation ist lückenhaft, können Versicherer Leistungen kürzen oder ganz verweigern. In der Praxis reichen dafür oft schon kleine Schwächen in der Rückverfolgbarkeit.

Damit Kennzeichnung und Dokumentation ihre Wirkung entfalten können, müssen Informationen dauerhaft am Bauteil verfügbar sein. Provisorische Lösungen wie Papieretiketten oder einfache Aufkleber stoßen im rauen Fertigungs- und Montagealltag schnell an ihre Grenzen. Hitze, Kälte, Feuchtigkeit oder mechanische Belastungen machen sie unlesbar oder lassen sie ganz verschwinden.

Dauerhafte Markierungen direkt auf der Oberfläche schaffen hier Abhilfe. Sie sorgen dafür, dass Bauteilnummern, Chargeninformationen oder Schweißerkennzeichen auch Jahre später noch eindeutig zugeordnet werden können. In Kombination mit maschinenlesbaren Codes lassen sich diese Daten sicher in die WPK integrieren und revisionssicher dokumentieren.

Richtig umgesetzt, wird die EN 1090 nicht nur zur Pflichtübung, sondern zum Effizienztreiber. Werden Kennzeichnungsdaten digital mit ERP- oder MES-Systemen verknüpft, entstehen automatisch belastbare Datensätze für Rückverfolgung, Qualitätsauswertungen und Audits. Manuelle Nacharbeit entfällt, Fehlerquellen werden reduziert und Prozesse transparenter.

 

Stahlträger können mit unterschiedlichen Werkzeugen und Maschinen gekennzeichnet werden. Wenn die Stückzahl gering ist, reicht ein Schlagstempel; sind es viele Stahlträger dann bietet sich ein Nadelpräger an; werden die Teile verzinkt, dann sollte man die Bügelpresse nehmen.

Weitergehende Informationen zu diesem Thema finden Sie hier:

DNV – DIN EN 1090

Wikipedia – Produktionskontrolle

Röltgen Marking Systems

let's get connected

Sie haben eine Frage?

Profitieren Sie von unserer langjährigen Erfahrung und lassen Sie sich persönlich zu Ihren individuellen Anwendungsfällen beraten.